Die Maskenpflicht für Schwerhörige erschwert deren Kommunikation erheblich. Denn das Tragen eines Mundschutzes macht es ihnen unmöglich, das Mundbild ihres  Gegenübers überhaupt wahrzunehmen. Transparente Masken tragen nur die wenigsten. Ein Überblick.

 

Ein Mund-Nasenschutz erschwert die Kommunikation von hörgeschädigten Menschen

 

Fast hat man sich an ihn so gewöhnt wie an seine Handtasche und an seinen Schlüssel. Auch wenn es in Kürze mit der  Impfung gegen das Corona-Virus losgeht, es sieht im Moment nicht danach aus, als wäre damit in wenigen Wochen das Problem mit der Pandemie aus der Welt.

Eine der größten Herausforderungen — nicht allein für Menschen mit einer Hörschädigung — ist die Maskenpflicht, weil die Gesichtsmaske nun einmal Mund und Mimik komplett verdeckt. Es ist kaum sichtbar, ob jemand lächelt, ob er neutral oder eher übellaunig dreinschaut. Und Menschen mit einer Hörbehinderung sind bei der Kommunikation besonders auf die Mimik ihrer Gesprächspartner*innen angewiesen, ein wichtiger Faktor für die Spiegelneurone in unserem Gehirn. Denn sie helfen uns dabei, empathisch zu sein und uns auf andere Menschen einzustellen. Fällt die Mimik weg, lassen sich die Gefühle anderer deutlich schwerer ergründen. 

 

Infos zur Maskenpflicht für Menschen mit einer Höreinschränkung

Wer ein Hörgerät oder ein Cochlea-Implantat trägt, vielleicht sogar noch eine Brille, im Winter eventuell noch eine Mütze und dann auch noch einen Mund-Nasen-Schutz, der wird sich mit der Maskenpflicht sicherlich schwertun.  Eine Lösung, die auf der Hand liegt, wäre ein transparenter Mund-Nasen-Schutz. Visiere aus transparentem Plexiglas hat man schon zu Beginn der Pandemie gesehen. Allerdings sind solche Visiere sehr unsicher, weil sie an den Seiten komplett offen sind und kein sicherer Schutz gegen Viren sind, weder für den Träger selbst noch für andere. 

Eine andere Option sind Klarsichtmasken, die im Gegensatz zu Visieren tatsächlich geschlossen und zusätzlich mit Filtern ausgestattet sind, die sich herausnehmen und reinigen lassen. Allerdings sind auch derartige Klarsichtmasken problematisch, weil sie ebenfalls nicht dieselbe Sicherheit aufweisen, wie FFP2 oder FFP3 Masken. 

Der Deutsche Schwerhörigenbund  (DSB) hat sich zum Thema Gedanken gemacht und einige Tipps zum Mund-Nasen-Schutz für hörbeinträchtige Menschen veröffentlicht. So rät er unter anderem dazu, immer etwas zum Schreiben dabei zu haben, um sich notfalls schriftlich verständlich zu machen.  Zudem gibt es inzwischen so genannte Speechnote-Apps, die Sprache ganz einfach in Text umwandeln. 

Informationen zur Ausnahme von der Maskenpflicht in den einzelnen Bundesländern finden Sie auf der Seite der Aktion Mensch. Dort sind tabellarisch die allgemeinen Verordnungen der Bundesländer zur Maskenpflicht aufgelistet mit vielen weiterführenden Links.

In Bayern zum Beispiel hat die Nachfrage vieler Verbände und Organisationen für und von Menschen mit Hörbehinderung gefruchtet. Dort gibt es bereits seit geraumer Zeit neue Regelung für Hörbehinderte und ihre Begleitperson: “Das Abnehmen der Mund-Nasen-Bedeckung ist zulässig, solange es zu Identifikationszwecken oder zur Kommunikation mit Menschen mit Hörbehinderung erforderlich ist“, heißt es konkret in der bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung.


Weitere Informationen

In der Mediathek des ZDF können Sie sich ein Kurzvideo  ansehen, in dem es darum geht zu zeigen, was die Maskenpflicht für den Träger eines Cochlea-Implantats bedeutet

 

Maskenpflicht für Schwerhörige: Was Sie wissen sollten

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